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Klammes
Deutsches Gesundheitswesen

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© Gerd Altmann/Gerold Meiners / pixelio.de
Eigentlich ist es schon ein bisschen Seltsam: Das deutsche Gesundheitswesen, wie wir es heute kennen, war in den Nachkriegsjahren ohne weiteres bezahlbar. Und die Menschen jener Zeit haben gewiss nicht gesünder gelebt als heute. Ganz im Gegenteil: Ein gesundes Leben, wie wir es heute kennen, ist ein Luxus, den man sich erst im Lauf der Jahrzehnte zu gönnen wusste. In den frühren Jahren unserer Bundesrepublik war ein kugelrunder Bauch geradezu als Statussymbol zu verstehen, ein Zeichen des neuen Wohlstandes und es galt als kluger Ratschlag an die Kinder, doch bitte mehr zu essen, „damit aus dir mal was Richtiges wird“. Mit der neuen internationalen Offenheit gehörte es zum Status, sich wie ein Amerikaner öfters mal eine Zigarette anzuzünden und die Flasche mit hochprozentigem Alkohol passte dabei einfach dazu.

Wie konnte sich das Gesundheitswesen der damaligen Zeit derart ungesunde Menschen eigentlich leisten? Und was ist der Grund, warum die Krankenkassen nach Jahrzehnten des Wirtschaftswachstums heute Sonderzahlungen und Quartalsgebühren erheben müssen? Ein Krieg schafft viele Probleme, aber sarkastisch betrachtet löst er auch so manches. Nach zwei Weltkriegen stellte sich die Frage nach einer Überalterung der Gesellschaft schlichtweg nicht. Die Rentenfrage wurde auf dem Schlachtfeld beantwortet.

Heute sieht das ganz anders aus: Die wachsende Lebenserwartung des Menschen wird mit hohen Kosten im Gesundheitswesen bezahlt. Die letzten Lebensjahrzehnte eines Menschen sind meistens mit den höchsten Kosten für die Krankenkasse verbunden, doch der junge Nachwuchs, der dies bezahlen möchte, bleibt aus. Die Engpässe in der Finanzierung der Gesundheitsversorgung hat schon zum Bankrott der ersten gesetzlichen Krankenkassen geführt. Der privaten Krankenversicherung sagt man eine solidere Finanzdecke nach. Sie muss sich aber auch gelegentlich den Vorwurf gefallen lassen, sie erreiche dies primär aufgrund einer sozialen Schieflage: Vor allem gut gebildete Menschen, die es wissen, ihre Gesundheit zu pflegen, werden Mitglied in der privaten Krankenversicherung.

Das Wesen der Medizin definiert sich zunehmend nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Steigt der Bedarf nach einem bestimmten Medikament an, so steigen auch die Preise. Wird von den Krankenkassen mehr Geld in den Markt geführt, so kann dies ebenfalls zu einer Kostensteigerung führen. Doch die Einnahmeseite wird über die Gehälter der Arbeitnehmer finanziert und spielt bei diesem Prinzip von Angebot und Nachfrage nicht mit. Dies führt zu einem Ungleichgewicht zwischen den Einnahmen und den Ausgaben im Gesundheitswesen. Die Folgen sind in den Sorgenfalten der Politiker und den Verantwortlichen der Krankenversicherungen abzulesen.

Aus linken politischen Kreisen hört man daher nicht selten die Forderung, die Privatisierung des Gesundheitswesens zu stoppen und statt dessen eine Verstaatlichung des Systems anzustreben. Gesundheitsversorgung kann kein Prinzip des Marktes sein und der Gedanke, dass eine Krankheit als Komponente dieses Marktes anzusehen sein könnte, führt zu unangenehmen Überlegungen. Denn wenn Gesundheit ein Problem für die Wirtschaft wird, dann wird es vor allem der kranke Mensch sein, der als sinnvolles Glied unserer Gesellschaft erwünscht ist.

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